Hafenrummel goes Music #11

DIE TÜDELBAND SIET 2009
Die Tüdelband strickt seit fast zehn Jahren ihren Tourplan deutlich feinmaschiger als die meisten anderen Bands. Sie hat bereits über 500 Konzerte in Deutschland und den Niederlanden gespielt, tritt in Clubs und Kneipen auf, in Schulen und im Knast, auf dem Kutter und am Strand, auf Theater- und Festivalbühnen, in den Klein- und Großstädten, aber eben auch in den Niederöckelsdörfern dieser Welt. Dabei überzeugt die Band live mit Charisma, großer Spielfreude und Humor. Mit ihrem kompakten, innovativen Bandsound und ihren plattdeutschen Texten über ungewöhnliche Liebesgeschichten, echte Freundschaft, der Suche nach Heimat und das platte Land zaubern sie dem Publikum Abend für Abend ein Lächeln auf's Gesicht. Dabei bleibt auch nach den Konzerten immer noch Zeit für einen lütten Klöönschnack.

LIVE OP AMRUM
Kneipe, Pub, bisschen rummelig, Riesenauswahl an schottischen Single Malts, letzter Anlaufposten der Nachtschwärmer. „Wenn da achtzig Leute sind“, sagt Malte Müller, „dann ist es schon richtig voll.“ Er muss das wissen, auch wenn er gar nicht auf Amrum wohnt. Denn zusammen mit Mire Buthmann und ihrer Gruppe „Die Tüdelband“ hat er vor nicht allzu langer Zeit in der „Blauen Maus“ ein Album aufgenommen, wo es ein erinnerungswürdiges Wochenende gegeben haben muss, wenn man sich dieses Album so anhört. Alles irgendwie zwischen brummkreiselheiter und Küstenmelancholie, Luftschlangen und Lütt un Lütt. Die Tüdelband nennt das Ergebnis nun ein „Quasi Best Of“.

NEUE UFER
„In meiner Heimatstadt Eckernförde“, sagt Malte, feiere man inzwischen auch das Oktoberfest. Warum also nicht mit plattdeutschem Pop den Süden der Republik aufmischen? Das ließe sich durchaus weiterspinnen. Halloween hat schließlich auch in Deutschland mittlerweile viele Fans, warum also nicht… “Genau!“, sagt Malte und Mire schmunzelt, „Da wäre doch so Manches durchaus denkbar!“ Von Amrum nach Rhode Island. Warum eigentlich nicht?

BANDSOUND IM DUO
"Wir finden, dass ein Song immer auch in der kleinsten Besetzung funktionieren muss. Zu zweit guckt man noch genauer hin, was man machen kann, ohne banal zu werden." Detailverliebte Arrangements, moderner Sound, handgemachte Musik: Wer je die Tüdelband im Konzert erleben durfte, hat auch ihre Zuhörer im manchmal durchaus kontroversen Gespräch über diese unkonventionelle Band erlebt. "Ich finde das gut", sagt Mire. "Denn das bedeutet ja letzten Endes, dass unsere Musik die Leute zumindest ein bisschen bewegt. Das Publikum soll auf jeden Fall mit einem entspannteren Gesicht aus dem Konzert gehen als dem, mit welchem sie hereingekommen sind", sagt Mire. „Wir haben sogar eine Website ins Netz gestellt mit den Übersetzungen unserer Texte, die bewusst so gemacht ist, dass sie selbst mit dörflicher Netzversorgung noch ganz gut zu laden ist. Und der Text ist weiß vor schwarzem Hintergrund, damit im Konzert nicht all die weiß leuchtenden Displays im Saal stören." Aber vom norddeutschen Humor war ja bereits die Rede... "Für mich gäbe es nichts Schlimmeres, als dass unsere Texte und unsere Musik den Leuten einfach egal wären."

ZUKUNFTSMUSIK
Das steht indes kaum zu befürchten. Zumal das Duo demnächst sein Aktionsfeld noch um ein gewagtes Hörspiel erweitern wird. Mit AHAB bringen Buthmann und Müller dann ihre im Mix aus Hoch- und Plattdeutsch eingespieltes Hörspiel zunächst als Doppel-CD samt einiger neuer Songs heraus. Die Augen beider leuchten jetzt noch etwas heller als beim Reden über die Musik. „Wir arbeiten da schon seit zwei Jahren dran“, sagt Mire, „in Kooperation mit dem Autor des Stücks, Gero A. Beckmann, und seinem Berliner Theaterkollektiv „Girl to Guerilla“.“ Es sei sprachlich nicht einfach gewesen, das Stück zumindest zum Teil ins Plattdeutsche zu übersetzen. In der plattdeutschen Theaterszene habe es so ein Stück noch nie gegeben. „Wir wissen auch nicht genau, ob das tatsächlich angenommen wird. Aber wir wollen es zumindest versucht haben.“ Der Ball wird auch von Malte flach gehalten: „Das Format steht natürlich etwas zwischen den Stühlen, kein Theaterstück, auch kein reines Hörspiel. Aber es behandelt Themen, die wir für wichtig halten: ökologisches Bewusstsein, Gentrifizierung, Solidarität, Kapitalismus, faire Arbeit... und deshalb machen wir das.“

Der Hafenrummel freut sich wie Bolle!

Der Eintritt ist frei
Wir sammeln mit dem Hut